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Freitag, Januar 20, 2017

Interview mit Elise Blaha Cripe von Get To Work Book

Elise Blaha Cripe | gettoworkbook.com
Letztes Jahr fing ich nach längerer Pause wieder an, Interviews mit inspirierenden Frauen zu führen. Nachdem Julie Fei Fan Balzer im Dezember 2016 Einblicke in ihr kreatives Leben und ihren Arbeitsalltag teilte, freue ich mich heute sehr auf das Interview mit Elise Blaha Cripe.
Elise Blaha Cripe ist vielen durch ihren Blog enjoyIt bekannt, den sie 2005 ins Leben rief. Hier zeigte sie DIY Projekte und berichtete von ihrem Alltag, kreativen Abenteuern und ihrer Selbstständigkeit. Seit 2008 verkauft Elise handgefertigte Waren in einem Online Shop und hat 2015 GET TO WORK BOOK auf den Markt gebracht, einen Tagesplaner mit integriertem Zielsetzungsjournal. Im August 2016 veröffentliche Elise das Buch '100 Pep Talks'. Zudem bringt sie den wöchentlichen Podcast 'Elise gets crafty' heraus, der sich mit kreativen Kleinunternehmen auseinandersetzt. Zusammen mit ihrem Ehemann und den zwei jungen Töchtern lebt sie in San Diego, Kalifornien.

Interview mit Elise Blaha Cripe
Frage (F): Elise, 2015 hast Du GET TO WORK BOOK (Anmerkung: im folgenden GTWB) herausgebracht, ein Tagesplaner & Zielsetzungsarbeitsbuch. Wann hattest Du die Idee dazu und was war der herausforderndste Teil daran, die Idee in die Tat umzusetzen?
Antwort (A): Die Idee kam mir im August 2014. Damals liebäugelte ich damit, ein Buch zum Thema Zielsetzung zu schreiben. Mir wurde bewusst, dass es interessanter (und hilfreicher!) wäre, einfach meinen Traumplaner zu erschaffen, der gleichzeitig Zielsetzungselemente beinhaltete. Das Herausforderndste war, das Layout für die wöchentliche Übersicht richtig hinzubekommen. Ich wollte, dass alles so praktisch wie möglich wird.

F: Was ist das Besondere am GTWB und was gefällt Dir selbst daran am Besten?
A: GTWB ist ein 'normaler' Tagesplaner, der durch ein paar Extras besonders wird. So gibt es perforierte Kalenderseiten mit motivierenden Texten, die z.B. aufgehängt oder einfach als Kalender genutzt werden können. Zudem gibt es Bereiche, in denen große Projekte schriftlich in Einzelschritte zerlegt werden können. Mein Lieblingspart sind allerdings die 'Reflektion und Zielsetzung'-Seiten (reflect & goal-set) am Ende jedes Monats. Diese unterstützen beim Rück- und Vorausblick und helfen dabei, sich zu fokussieren.

F: Hast Du Dich jemals von Deiner Arbeit als Unternehmerin überwältigt gefühlt? Was ist das Herausforderndste daran?
A: Andauernd! Ich sage häufig, dass es sich anfühlt, als ob ich an einem Faden hänge. Das Herausforderndste ist, dass man nie wirklich Ruhe findet. Es gibt immer etwas zu tun.

F: Wie fand Dein Ehemann Paul, dass Du zur Unternehmerin wurdest?
A: Die meiste Zeit unserer Beziehung habe ich etwas Kreatives auf selbstständiger Basis nebenbei gemacht, er kennt mich eigentlich nur so. Ich denke, er würde sagen, dass ich hart arbeite. ;)

F: Du betreibst Dein Geschäft alleine, werden Dir die vielen Aufgaben, die eine Selbstständigkeit mich sich bringt, manchmal zu viel? Macht Dir das manchmal Angst?
A: Ja, überfordert kommt schon mal vor. Aber es macht mir nie wirklich Angst. Es ist Arbeit. Nicht mein Leben. Falls ich mal panisch werde, erinnere ich mich selbst daran, dass alles Reelle immer noch da sein wird, wenn ein Projekt mal daneben geht.

F: Wie schaffst Du es, motiviert zu bleiben?
A: Indem ich neue Dinge ausprobiere.

F: Was gefällt Dir am Besten / am Wenigsten an Deiner Selbstständigkeit?
A: Ich finde es toll, dass sich Mehrarbeit eigentlich immer auszahlt. Ich liebe es, Entscheidungen zu treffen und Neues direkt in die Wege zu leiten - ohne Streß mit anderen oder irgendeiner Form von Bürokratie. Am Wenigsten gefällt mir, dass das Abschalten schwer ist.

F: Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Dir aus?
A: Aufwachen. Meine ältere Tochter zur Schule bringen. Meine jüngere Tochter mit ins Lagerhaus nehmen. Bücher einpacken, bei der Post vorbei fahren. Nach Hause kommen, mit der Kleinen spielen und sie zum Mittagsschlaf hinlegen. Emails checken und beantworten. Versuchen, das Haus sauber zu machen. Die Kleine wacht auf. Einkaufen gehen, spazieren, spielen. Die große Tochter von der Schule abholen. Abendbrot machen. Kinder baden. Duschen. Emails lesen, Aufkleber für das morgige Verpacken ausdrucken. Fernsehen mit meinem Ehemann. Noch eine Runde draußen drehen. Lesen. Schlafen. :)

F: Kürzlich warst Du als Rednerin eingeladen, wie war das und was gefällt Dir gut an dieser Tätigkeit?
A: Mein erster Vortrag kam wie aus dem Nichts und war vor 3000 Menschen. Es war unglaublich. Ich halte gerne Vorträge, es ist allerdings der anstrengendste Teil meiner Arbeit. Den Vortrag zu schreiben und gut zu präsentieren kostet enorm viel Energie.

F: Du arbeitest von zu Hause aus. Wie schaffst Du es, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, vielleicht auch Sport zu machen, Deine Arbeit fertigzustellen und Dich um Deine Familie zu kümmern?
A: Am meisten Bewegung erhalte ich beim Spazieren mit meinen Kindern. Mit anderen in Kontakt zu bleiben ist nicht immer einfach! Mütter-Freundinnen sind da hilfreich, da man mit den Kindern in den Park gehen und sich dabei unterhalten kann.

F: Fragen Deine Kinder manchmal, was Du beruflich machst? Was antwortest Du ihnen?
A: Noch fragen sie nicht, sie sind zu jung. Allerdings wissen sie, dass Mama Boxen verpackt und in einem Lagerhaus arbeitet. :)

F: Welche 3 Ratschläge gibst Du kreativen Frauen mit, die sich selbstständig machen wollen?
A: Klein anfangen - mit einer Idee beginnen und loslegen. Realistische Ziele und Deadlines setzen. Sich nicht den Kopf zerbrechen - man kann später immer noch Veränderungen vornehmen.

F: Du hast lange Zeit gebloggt, erzähl uns bitte ein wenig darüber, warum und wie Du damit angefangen hast.
A: Ich habe mit dem Bloggen angefangen, um über lustige Dinge aus meinem Leben zu berichten. Letztendlich wurde es zu einem täglichen Hobby und dann zum Geschäft.

F: Was sind die drei wichtigsten Dinge, die Du über das Bloggen gelernt hast?
A: Beständigkeit ist wichtig. Jeder ist anders - versuch für Dich und nicht für andere zu schreiben. Wenn etwas nicht mehr funktioniert, lass es bleiben.

F: Welche Ratschläge hättest Du für die damalige Neu-Bloggerin Elise?
A: Schenke Deinen Fotos Beachtung! Mach einen Zeitplan und halte Dich bestmöglich daran. Finde Deine Stimme, nicht die eines anderen.

F: Hast Du vor, wieder regelmäßig zu bloggen? Vermisst Du es?
A: Nein, keine Pläne, nicht im Geringsten. Ich habe immer gesagt, dass der Start meines Blogs das Beste war, was ich für meine Karriere tun konnte. Allerdings war das Beenden meines Blogs im Herbst 2015 das Beste, das ich je für mich getan habe. Es macht so viel Freude, Dinge einfach nur zu tun und nicht darüber zu schreiben. Ich bin glücklich darüber, so lange geschrieben zu haben und genauso glücklich darüber, mich nun mit anderen Projekten zu beschäftigen.

F: Du verwaltest den Instagram Account von GTWB sowie Deinen persönlichen - wie schaffst Du es, den Überblick zu behalten und wieso hast Du Dich dazu entschieden, beide zu trennen?
A: Mir war es sehr wichtig, dass GTWB für sich alleine steht, unabhängig von der Person Elise. Im Gegensatz zum Blog, auf dem mein Leben im Fokus stand, ist GTWB nicht abhängig von einer Person (was wirklich toll ist). Ich wollte in der Lage sein, nur GTWB bezogene Bilder zu posten sowie Fotos von anderen Menschen. Die Teilung war sowohl für mich, als auch für die Marke gut.

F: Du hast immer schon Privates auf Deinen Social Media Kanälen und dem Blog gezeigt. Wie entscheidest Du, was Du teilst und was nicht? Was denkst Du darüber, Privates öffentlich zu machen?
A:  Ich zeige kleine Einblicke meines Lebens online, das Meiste bleibt offline. Ich mache das schon so lange, dass es eine Art Bauchgefühl geworden ist. Mir ist klar, was ich online zeigen möchte und was nicht. Allerdings könnte ich niemals jemand anderem dabei helfen, diese Trennungslinie für sich zu ziehen.

F: Welches ist Dein liebster Social Media Kanal? Verfolgst Du eine Social Media Strategie?
A: Instagram! Und nein. :)

F: Vor einiger Zeit hast Du mit den 'Elise gets crafty' Podcasts begonnen, in denen Du Dich mit Kreativität, Kleinunternehmertum und Zielsetzung beschäftigst. Wann hattest Du die Idee dazu und was ist das Schwierigste daran, ein Podcaster zu sein?
A: Ich war bereit, ein neues Medium auszuprobieren. Für mich ist reden so viel einfacher und schneller, als schreiben. Am Schwierigsten ist es, ruhige Zeiten zum Aufnehmen zu finden.

F: Wie bereitest Du die Episoden vor? Wonach entscheidest Du, ob Du den Podcast alleine oder mit einem Interviewpartner durchführst?
A: Ich lese mich ein und entwickle ein grobes Gerüst für die Fragen. Solopodcasts nehme ich auf, wenn ich keine Gelegenheit hatte, jemanden zu interviewen. Ha!

F: Welche Folge von 'Elise gets crafty' ist Deine liebste und warum?
A: Die zum Thema '100 Tage Projekt', das war das Coolste, was ich seit langem abgeschlossen habe.

F: Du warst lange Zeit kreativ, scrapbookst Du noch oder führst ein Project Life Album?
A: Nein, mache ich nicht.

F: Planst Du, weiterhin Scrapbooking-Produkte (Anmerkung: wie für Becky Higgins' Project Life in 2013) zu designen?
A: Nein, momentan nur GTWB Produkte.

F: Du hast kürzlich eine Töpferei-Karriere beginnen, was gefällt Dir an der Arbeit mit Ton?
A: Töpfern ist nur ein Hobby für mich, ich habe keine Pläne, etwas zu verkaufen. Ich glaube, genau deshalb gefällt es mir so gut. Es ist schön etwas zu tun, das keine Arbeit ist.

F: Elise, hab vielen Dank, dass Du am Interview teilgenommen hast. Eine letzte Frage - hast Du irgendwelche großen Ziele für 2017?
A: Ja... das GTWB Sortiment zu erweitern und ein komplettes getöpfertes Tafelgeschirr für meine Familie herzustellen. Danke, Janna!

Vielen Dank an Elise für die Einblicke in ihren (Arbeits-) Alltag. Wenn ihr euch näher mit Elise' Arbeit und Produkten beschäftigen möchtet, findet ihr nachfolgend einige Links.

Liebe Grüße,
Janna

Weiterführende Links

Download original interview here.

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